Kategorie: Glossar

  • Sustainable Leadership – Kompetenzen für die Zukunft

    Das Konzept des Sustainable Leaders gewinnt für die berufliche (Aus-) Bildung an Bedeutung. Ebenso ist es für bestehende und zukünftige leitende Mitarbeiter eine wichtige Kompetenz, um zukunftsfähig und nachhaltig zu führen. Ausbilder:innen und Führungskräfte tragen nicht nur Verantwortung für die fachliche Qualifikation junger Menschen, sondern auch für die Vermittlung nachhaltigkeitsorientierter Werte, Denkweisen und Kompetenzen. Um dieser Rolle gerecht zu werden, ist es notwendig, Ausbilder:innen, Team- oder Schichtleiter:innen als „Sustainable Leader“ zu qualifizieren.

    Sustainable Leaders agieren als Vorbilder für nachhaltiges Handeln im betrieblichen Kontext. Sie fördern ein Bewusstsein für ökologische, ökonomische und soziale Zusammenhänge und unterstützen Auszubildende dabei, verantwortungsvoll mit Ressourcen umzugehen, kritisch zu reflektieren und innovative Lösungen zu entwickeln. Dazu benötigen sie selbst spezifische Kompetenzen – etwa systemisches Denken, Kenntnisse zu Nachhaltigkeitstrends, Kommunikationsstärke sowie die Fähigkeit, Veränderungsprozesse anzustoßen.

    Sustainable Leadership steht für einen Führungsstil, der sich in Verhalten und Entscheidungen an den drei Säulen der Nachhaltigkeit orientiert: Wirtschaftlichkeit (Ökonomie), soziale Verantwortung und Auswirkungen auf die Umwelt (Ökologie).

    Wir möchten Menschen dazu befähigen, sich zum Sustainable Leader zu entwickeln. Hierfür benötigen Führungskräfte zunächst ein Grundverständnis und Grundlagenwissen zum Thema Nachhaltigkeit. Darauf aufbauend ist dann der eigene Betrieb im Fokus: Welche Ressourcen und Prozesse hat der Betrieb derzeit? Wo ist er bereits nachhaltig? Und welche Möglichkeiten gibt es darüber hinaus? Oft finden unbewusst bereits nachhaltiges Handeln und Führung statt. Diese Ressource kann genutzt werden, um vom unbewussten Handeln in ein bewusstes Handeln zu gelangen. Ein Sustainable Leader agiert und führt sowohl seine Mitarbeiter:innen als auch sich selbst gezielt und in allen drei Bereichen nachhaltig.

    Gemäß dem Grundsatz „aus der Praxis für die Praxis“ sind der Bezug zum betrieblichen Alltag und der Transfer in den eigenen Verantwortungsbereich wichtig. Auf diese Weise können Führungskräfte Nachhaltigkeit in ihrem Verantwortungsbereich etablieren und konkrete Abläufe innerhalb der (Hafen-) Logistik nachhaltig gestalten.

    Sustainable Leadership betrachten wir als eine wichtige Komponente für die wirtschaftliche Zukunft von Unternehmen.

  • Emissionen reduzieren durch Landstrom

    Seeschiffe benötigen auch im Hafen Energie, für den Betrieb der Bordsysteme oder die Kühlung von Containern. Die Versorgung mit externem Strom während der Liegezeit nennt man Landstrom – meist über Kabel von einer Stromquelle am Kai zu einer Steckdose an Bord. An Land und an Bord werden zumeist unterschiedliche Stromspannungen und -frequenzen genutzt. Die von Land gelieferte Mittelspannung muss landseitig mit einem Transformator auf die Bordnetzspannung umgewandelt werden.

    Bislang nutzen Schiffe während der Liegezeit meist ihre so genannten mit Diesel betriebenen Hilfsdiesel. Die Hauptmaschine wird ausgeschaltet, sobald das Schiff an der Pier festgemacht hat. Schweröl als Treibstoff ist in europäischen Häfen bereits seit Jahren verboten. Ab 2025 verfügen alle großen Kreuzfahrt- und Containerterminals im Hamburger Hafen über Landstromanschlüsse. Das ist einmalig in Europa und ein großer Schritt bei der Senkung der CO2- und Schadstoff-Emissionen im Hamburger Hafen.“

    Landstrom führt zu einer erheblichen Reduktion der Schiffsemissionen während der Liegezeit im Hafen. Sobald die Schiffe an die Landstromanlage angeschlossen werden, können sie ihren hohen Strombedarf komplett mit grüner Energie aus dem öffentlichen Stromnetz decken. Allerdings nur, wenn der Strom von Land für die Schiffe aus erneuerbaren Energien stammt.

    Die Zukunftsvision Landstrom für den Hamburger Hafen sieht vor, alle wesentlichen Liegeplätze bis 2030 mit einer bedarfsgerechten Infrastruktur auszurüsten und bis 2040 dann eine komplette Abdeckung erreicht zu haben. Gefördert wird der Ausbau aus Bundesmitteln. (https://www.hamburg-port-authority.de/de/hpa-360/smartport/landstrom)

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  • Kommunikation mit Auszubildenden

    In der Ausbildung haben Ausbildende nicht nur die Aufgabe, berufsfachliche Inhalte zu vermitteln. Sie übernehmen zusätzlich auch pädagogische Aufgaben die, gerade in den letzten Jahren zugenommen haben. Besonders in den Ausbildungsberufen Fachkraft für Lagerlogistik, Fachlagerist und Fachkraft für Hafenlogistik werden Ausbildende mit einer pädagogisch herausfordernden Berufsgruppe konfrontiert. Die Auszubildenden dieser Ausbildungsberufe, und hier insbesondere der zweijährige Ausbildungsberuf Fachlagerist:in, kennzeichnen sich durch eine besonders hohe Rate an niedrigen oder keinen Schulabschlüssen.

    Hinzukommend ist bei den jugendlichen Auszubildenden oft keine positive Einstellung zum Thema Nachhaltigkeit zu verzeichnen. Um sie dennoch für das Thema Nachhaltigkeit gewinnen zu können, gilt es, ermutigend und ohne Überforderung zu agieren, um langfristig und zielführend nachhaltigkeitsorientierte Kompetenzen zu fördern. Gerade mit Blick auf den abstrakten und komplexen Nachhaltigkeitsbegriff sind Sprache und Kommunikation wichtige Elemente, um auf die heterogenen Voraussetzungen der Auszubildenden zu reagieren und sie zum nachhaltigen Handeln zu motivieren.

    Eine zielgerichtete Kommunikation und insbesondere Kommunikationsstrategien sind wichtige Hilfsmittel im Umgang mit Auszubildenden, die nicht nur einen nachvollziehbaren Zugang zu nachhaltigkeits bezogenen Themen ermöglichen, sondern auch die Ausbildungsqualität insgesamt verbessern und damit einen Beitrag zur Reduzierung von Ausbildungsabbrüchen leisten. 

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  • CO2-Äquivalente (CO2)

    CO₂-Äquivalente (CO₂e) sind eine Maßeinheit, die dabei hilft, die Wirkung verschiedener Treibhausgase zu vergleichen. Verschiedene Gase erwärmen die Erde unterschiedlich stark. Zum Beispiel hat Methan (CH₄) eine viel stärkere Wirkung auf das Klima als Kohlendioxid (CO₂), obwohl es in kleineren Mengen vorkommt.

    Um das zu vergleichen, rechnet man die Wirkung anderer Treibhausgase in „CO₂-Äquivalente“ um. Das heißt, man gibt an, wie viel CO₂ den gleichen Effekt hätte. So können wir besser verstehen, wie stark ein bestimmtes Gas zum Klimawandel beiträgt.

    Wenn man also sagt, ein Gas hat „10 CO₂-Äquivalente“ oder auch „10 CO₂e“, ist damit gemeint, dass seine Wirkung auf das Klima so stark ist, wie die Wirkung von 10 Einheiten CO₂.

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  • Diversität in den Berufen der Lager- und Hafenlogistik

    Diversität in den Berufen der Lager- und Hafenlogistik umfasst die Integration unterschiedlicher sozialer, kultureller und beruflicher Hintergründe der Beschäftigten. Sie zeigt sich insbesondere in der Zusammenarbeit von Menschen mit vielfältigen Herkunftsgeschichten, häufig geprägt durch einen hohen Migrationsanteil. Auszubildende haben vielfach ein niedriges Qualifikationsniveau. Die Integration von Diversität in den Berufen der Lager- und Hafenlogistik bringt sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich:

    Eine der zentralen Herausforderungen ist die sprachliche Verständigung, da in diesen Berufen häufig Menschen mit unterschiedlichen Erstsprachen zusammenarbeiten. Dies kann die Kommunikation im Arbeitsalltag und das Verständnis von Sicherheitsvorschriften erschweren. Ebenso erfordert die Heterogenität der Qualifikationsniveaus gezielte Einarbeitungs- und Weiterbildungsmaßnahmen, um ein gemeinsames Kompetenzniveau zu gewährleisten. Auch kulturelle Unterschiede in Bezug auf Arbeitsweisen, Hierarchieverständnis und Erwartungen können zu Missverständnissen führen und bedürfen einer sensiblen Führung und klarer Strukturen.

    Darüber hinaus kann die soziale Integration von Mitarbeitenden aus herausfordernden Milieus eine zusätzliche Aufgabe für Ausbildende darstellen. Sie erfordert Maßnahmen, die ein positives Arbeitsklima fördern und Barrieren für eine langfristige berufliche Entwicklung abbauen. Trotz dieser Herausforderungen bietet Diversität erhebliche Chancen.Unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen tragen zur Förderung von Innovation und kreativen Problemlösungen bei. Multikulturelle Teams stärken das interkulturelle Verständnis und fördern eine offene Unternehmenskultur, die sich positiv auf die Zusammenarbeit auswirkt. Unternehmen, die Diversität aktiv leben, steigern zudem ihreAttraktivität als Arbeitgeber, da sie ein inklusives Umfeld bieten, in dem sich Fachkräfte unabhängig von ihrer Herkunft willkommen fühlen. Dies kann langfristig zu einer höheren Mitarbeiterbindung und Fachkräftesicherung führen. Unternehmen, die gezielt auf ein interkulturelles Management, klare Kommunikationsstrategien und individuelle Weiterbildungsmaßnahmen setzen, können langfristig von einer leistungsstarken, resilienten und zukunftsfähigen Arbeitskultur profitieren.

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  • Drei Säulen der Nachhaltigkeit

    Bis in die 1970er Jahre wurde Nachhaltigkeit vorrangig als Umweltbildung verstanden und auf ökologische Fragen reduziert. Spätestens seit den 1990er Jahren wird Nachhaltigkeit als ein mehrdimensionales Konstrukt aufgefasst, bei dem die ökologische, die soziale und die ökonomische Perspektive als ineinandergreifende Säulen der Nachhaltigkeit verstanden werden.

    ökonomische Nachhaltigkeit steht für ein gutes und stabiles Wirtschaften. Beispielsweise Leerlauf minimieren, Kosten senken, Digitalisierung

    ökologische Nachhaltigkeit steht für den Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen. Beispielsweise E-Stapler oder Landstromversorgung für Schiffe

    soziale Nachhaltigkeit stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Sie steht für die Würde des Menschen aber auch für den Anspruch des Allgemeinwohls, faire Arbeitsbedingungen und der Gesellschaft. Beispielsweise Lärmschutz, Arbeitsschutz, Abbau globaler Ungleichheiten

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  • Emissionsfaktor

    Der Emissionsfaktor gibt an, wie viel CO₂ oder andere Schadstoffe freigesetzt werden, wenn eine bestimmte Menge an Energie verbraucht oder ein bestimmter Rohstoff verwendet wird.

    Zum Beispiel: Wenn bei der Nutzung von Flurförderzeugen Diesel verbrannt wird, entsteht eine bestimmte Menge CO₂. Der Emissionsfaktor hilft dabei, zu berechnen, wie viel das genau ist. Er wird oft in Gramm oder Kilogramm pro Liter, Kilowattstunde oder Tonne angegeben.

    Mit dem Emissionsfaktor kann man also besser verstehen, wie schädlich bestimmte Stoffe oder Aktivitäten für das Klima sind.

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    Umweltbundesamt (2022): CO2-Emissionsfaktoren für fossile Brennstoffe. Aktualisierung 2022. URL: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/co2-emissionsfaktoren-fuer-fossile-brennstoffe-0 (Zugriff am 06.11.2024)

    Umweltbundesamt Österreich (2024): Emissionsfaktoren der Verkehrsträger. URL: https://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/themen/mobilitaet/daten/ekz_pkm_tkm_verkehrsmittel.pdf (Zugriff am 06.11.2024)

  • Nachhaltige Handlungsstrategien

    Um ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, wird eine nachhaltige Handlungsstrategie benötigt. Der ausgewogene Einsatz der drei Elemente EffizienzKonsistenz und Suffizienz kann dabei helfen, die eigenen Arbeitsprozesse zu hinterfragen und sie nachhaltiger zu gestalten – nicht nur auf Managementebene, sondern in allen Arbeitsbereichen.



    Behrendt, S., Göll, E., Korte, F. (2016). Effizienz, Konsistenz, Suffizienz. Strategieanalytische Betrachtung für eine Green Economy. Berlin.

    Kuhlmeier, W., Pillmann-Wesche, R., Schütt-Sayed, S., Vollmer, T. (2024). Der Werkzeugkasten für einen nachhaltigkeitsorientierten Berufsschulunterricht. Hamburg. URL: https://hibb.hamburg.de/wp-content/uploads/sites/33/2024/02/BBnE_Werkzeugkasten.pdf (Zugriff am 05.12.2024)

  • Soziale Nachhaltigkeit in der betrieblichen Praxis

    Soziale Nachhaltigkeit in der betrieblichen Praxis umfasst Maßnahmen zur Förderung fairer Arbeitsbedingungen, Sicherheit am Arbeitsplatz und Chancengleichheit für alle Beschäftigten. Sie beinhaltet die Einhaltung sozialer Standards, den Schutz der Gesundheit der Mitarbeitenden sowie die Unterstützung beruflicher Weiterentwicklung. In der Praxis bedeutet dies unter anderem gerechte Löhne, ergonomische Arbeitsplätze, eine sichere Arbeitsumgebung sowie Schulungen zur persönlichen und fachlichen Qualifikation. Dadurch trägt soziale Nachhaltigkeit dazu bei, langfristig motivierte und leistungsfähige Mitarbeitende zu beschäftigen.

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  • Soziale Nachhaltigkeit in der Hafenlogistik

    Aspekte der sozialen Nachhaltigkeit sind auch in betrieblichen Handlungsfeldern der Logistik anzutreffen und spielen insbesondere in der Hafenlogistik eine zentrale Rolle. Die Arbeitsumgebung in Häfen ist geprägt von anspruchsvollen Tätigkeiten, hohen Sicherheitsanforderungen und einer vielfältigen Belegschaft. Daher umfasst soziale Nachhaltigkeit in diesem Bereich eine Reihe von Maßnahmen, die darauf abzielen, faire Arbeitsbedingungen zu gewährleisten, die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen und Chancengleichheit zu fördern. Dazu gehören:

    o   die Schaffung fairer Arbeitsbedingungen, die angemessene Löhne, planbare Arbeitszeiten und Schutz vor Ausbeutung umfassen. Insbesondere in der Hafenlogistik, in welcher Schichtarbeit und physische Belastungen zum Arbeitsalltag gehören, ist eine nachhaltige Gestaltung der Arbeitsbedingungen essenziell, um die langfristige Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten zu sichern,

    o   der Arbeitsschutz: Da viele Tätigkeiten mit schweren Maschinen, großen Lasten und wechselnden Witterungsbedingungen verbunden sind, ist eine angemessene PSA zur Verfügung zu stellen. Präventive Maßnahmen zur Unfallverhütung und zum Schutz der Gesundheit müssen konsequent umgesetzt werden,

    o   die Förderung von Diversität und Chancengleichheit. Die Hafenlogistik ist eine Branche, in der Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, Qualifikationen und Lebenserfahrungen zusammenarbeiten.

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